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Neues von Ghaub

Ihre Oase in den Otavi-Bergen

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50 Jahre Monument Namibias
  • Eingangshalle der Ghaub-Höhle, deren Decke 1913 zum Teil eingestürzt war

    Eingangshalle der Ghaub-Höhle, deren Decke 1913 zum Teil eingestürzt war. Foto: Alexander Heinrichs

Die Ghaub-Höhle in den Otavi-Bergen hat in diesem Jahr ein rundes Jubiläum gefeiert. Allerdings ist es im Leben der Karsthöhle, dessen Alter Experten zufolge Millionen von Jahren beträgt, nur eines von drei Jubiläen – und davon mit Abstand das jüngste...

Seit mittlerweile 50 Jahren zählt die Ghaub-Höhle zum Schatz des natürlichen Erbes Namibias. Am 1. Mai 1967 setzte der Denkmalsrat des damaligen südafrikanischen Mandatsgebietes Südwestafrika sie offiziell auf die Liste der Nationalen Monumente.

Vor vier Jahren feierte die Karsthöhle bereits ein anderes, doppelt so altes Jubiläum: Das ihrer Entdeckung. Im Jahr 1913 war offenbar nach besonders starken Regenfällen die Decke einer ihrer Hallen eingestürzt. Missionar Heinrich Vedder, der damals die Missionsstation Ghaub betreute, entdeckte den Zugang. Ein Jahr später wurde die Ghaub-Höhle erstmals schriftlich erwähnt.

Im Zeitraum ihrer Existenz sind jedoch beide Jubiläen kaum mehr als ein Wimpernschlag. Experten gehen aufgrund der geologischen Geschichte, der Länge der Stalagtiten und Stalagmiten sowie weiterer Indizien von etwa sieben Millionen Jahren aus.

Heute gilt sie als drittgrößte von rund 100 bekannten Höhlen Namibias. Sie liegt bis zu 38 Meter unter der Oberfläche. Ihre Gänge, Kammern und Hallen ziehen sich 2,5 Kilometer weit durch den Dolomit und den Sandstein der Otavi-Berge. Höhepunkte sind Tropfstein- und Fels-Formationen wie die Orgel oder das Krokodil sowie die Galerie der Lehmfiguren.

An einer tiefen Stelle steht das ganze Jahr über kristallklares Wasser. Geologen halten es für sehr wahrscheinlich, dass die Ghaub-Höhle mit der weiter östlich gelegenen Drachenhauchloch-Höhle verbunden ist, die den größten bislang entdeckten unterirdischen See der Welt beherbergt.

Gäste von Ghaub Nature Reserve & Farm können die Ghaub-Höhle auf einer geführten Exkursion erkunden.

Nashörner vor Buschbrand gerettet
  • Flammenkette auf den Bergen von Ghaub

    Flammenkette auf den Bergen von Ghaub. Foto: Ghaub

Kurz nachdem es dunkel geworden war, herrschte auf Ghaub plötzlich helle Aufregung: Feuer-Alarm! Nach einem Blitzschlag stand das Gras auf dem Hochplateau der Farm in Flammen. Vom Wind angeheizt, fraß sich die Feuerwand den Berghang hinab und näherte sich dem Wildgebiet mit den Nashörnern...

Am frühen Morgen war alles auf den Beinen, um die Flammenwalze zu stoppen. Rund 20 Mitarbeiter der Lodge und der Farm bildeten eine Postenkette mit Abständen von 50 bis 100 Metern. Ein Löschwagen pendelte hin und her, ein Traktor verbreiterte die Brandschneise, auch ein Nachbarfarmer eilte zu Hilfe. In einem Taleinschnitt drohte einer der Männer von den Flammen eingeschlossen zu werden; nur mit knapper Not konnte er sich und seine drei Hunde in Sicherheit bringen.

Auch die Nashörner und das übrige Wild spürten die nahende Gefahr. Zum Glück gerieten die Tiere nicht in Panik, die sie vielleicht in die Grenzzäune getrieben hätte. Sie hielten lediglich Abstand zum brennenden Berghang. Die Nashörner fanden sich an der Tränke nahe dem Farmhaus ein, wo es auch ein Schlammbad gibt.

Als der Wind günstig stand, entschloss man sich, ein Gegenfeuer zu legen. Eine riskante Maßnahme, denn man weiß nie, ob der Wind nicht umschlägt. In diesem Fall jedoch war sie erfolgreich: Das Gegenfeuer blieb unter Kontrolle und schuf eine Brandschneise, in der das Feuer keine Nahrung mehr fand. Dennoch musste das Gebiet noch tagelang patrouilliert werden, denn immer wieder fachte der Wind schwelende Glut in verbrannten Ästen oder Stämmen wieder an.

Die Bilanz: Der Veldbrand vernichtete 6.000 Hektar Weide auf dem Hochplateau von Ghaub, das für Wild- und Rinderzucht genutzt wird. Verluste an Tieren gab es zum Glück kaum.

  • Riskant, aber erfolgreich: Das Gegenfeuer nimmt dem Veldbrand die Nahrung.

    Riskant, aber erfolgreich: Das Gegenfeuer nimmt dem Veldbrand die Nahrung. Foto: Ghaub

  • Verbrannte Weide auf dem Hochplateau von Ghaub

    Verbrannte Weide auf dem Hochplateau von Ghaub. Foto: Ghaub

Veldbrände gehören zum natürlichen Zyklus. Auslöser sind Gewitter zum Ende der Trockenzeit. Durch die Asche der verbrannten Gräser und Büsche wird der Boden gedüngt und kurz nach dem darauf folgenden Regen sprießt überall frisches Grün. Das Wild weicht in der Zwischenzeit in andere Gebiete aus. Seit der Mensch Flächen einzäunt, ist das allerdings nicht mehr möglich.

Nashorn-Baby mit geschwollenem Bein
  • Runde Wunde knapp unter dem Knie

    Runde Wunde knapp unter dem Knie. Foto: Ghaub

Mitte August schlug die „Rhino Patrol“ des Ghaub Naturreservates Alarm. Das weibliche Kalb, das Anfang März zur Welt gekommen war, humpelte leicht, um sein rechtes Vorderbein zu schonen. Rasch erkannten die Ranger auch den Grund: Eine runde Wunde unterhalb des Knies. Möglicherweise hatte das Kalb sein Bein in einen spitzen abgebrochenen Ast gerammt. Im Laufe der Tage schwoll das Bein an; offensichtlich hatte sich die Wunde entzündet. In freier Wildbahn ein klares Todesurteil.

Anfang September eilte der Tierarzt Dr. Mark Jago zu Hilfe, der mit Nashörnern viel Erfahrung hat. Ihm und dem Team von Ghaub stand ein riskanter Einsatz bevor. Das Kalb musste betäubt und die Kuh dann von ihm ferngehalten werden – aber nicht zu lange, denn sonst würde sie es für tot halten und sich abwenden. Die Nashorn-Kuh ebenfalls zu betäuben, kam nicht in Frage, weil die Tiere beim langsamen Erwachen erst einmal instinktiv davonrennen. In beiden Fällen ist es fast unmöglich, Kuh und Kalb wieder zusammenzuführen.

Mit der Dosierung musste Dr. Jago sehr vorsichtig sein. Ab und zu passiert es, dass das Betäubungsmittel zu stark wirkt und das Tier daran stirbt. Aber auch für ihn selbst bestand höchste Gefahr: Ein paar Tropfen des Mittels auf der Haut können einen Menschen töten. Daher stand ein Helfer bereit, um ihm im Notfall sofort das Gegenmittel zu spritzen.

  • Die Schwellung zeugt von einer schweren Entzündung

    Die Schwellung zeugt von einer schweren Entzündung. Foto: Ghaub

Nachdem Dr. Jago das Nashorn-Baby mit dem Betäubungsgewehr getroffen und es sich niedergelegt hatte, fuhr eine Helferin mit dem Wagen zwischen Kuh und Kalb. Immer wieder musste sie vor- und zurücksetzen, um der Kuh den Weg zu versperren; mehr als einmal stürmte das Nashorn wutentbrannt auf den Wagen zu, stoppte jedoch zum Glück stets kurz vor dem Aufprall.

Andere Helfer deckten den Kopf des Kalbs mit einem Tuch ab und kühlten den kleinen Körper mit Wasser, während Dr. Jago die Wunde aufschnitt und säuberte. Dann verabreichte er noch drei verschiedene Antibiotika, um die Chance der Heilung zu erhöhen, denn man weiß nie im Voraus, welches Mittel anschlägt.

Alles lief glatt. Nach einer halben Stunde kam das Kleine wieder zu sich. Eine Besserung zeigte sich allerdings erst nach ein, zwei Wochen, als die Schwellung am Knie allmählich zurückging. Mittlerweile läuft das Kalb schon wieder ganz gut neben seiner Mutter her; nur ab und zu sieht man, dass es das Bein noch ein wenig schont.

Die Höhle der Abenteuer
  • Guide Urbanus Hoëseb mit Gast-Moderatorin Naledi Twahepa in der Ghaub Höhle

    Guide Urbanus Hoëseb mit Gast-Moderatorin Naledi Twahepa in der Ghaub Höhle. Foto: NBC

  • Höhlen-Abenteuer für Schüler

    Höhlen-Abenteuer für Schüler. Foto: Ghaub

„Das Krokodil!“ – „Das tiefe Wasserloch!“ – „Die Lehmfiguren!“ Wenn die Meinungen über das Highlight der Erkundungs-Tour auch auseinandergehen, über eines sind sich die junge Moderatorin einer NBC-Jugendsendung und die Schüler aus Tsumeb einig: Die Ghaub-Höhle ist eine Höhle der Abenteuer...

Kürzlich hat Ghaub ungewöhnlichen Besuch empfangen: Ein Fernsehteam der Namibian Broadcasting Corporation (NBC), das mit einer Schülerin aus Grootfontein als Gast-Moderatorin Aufnahmen für das beliebte Jugendprogramm „Sunshine Club“ gemacht hat. Im Mittelpunkt stand eine Tour durch die Ghaub Höhle, die ein Nationales Monument ist und mit 2,5 km Länge als drittgrößte Höhle Namibias gilt.

Aber nicht die Fakten standen im Vordergrund, sondern das Abenteuer, mit Helm und Stirnlampe in die Tiefe zu steigen und die Gänge zu erkunden – mit unserem Guide Urbanus Hoëseb. Besonders viel Spaß fand die 12-jährige Naledi Twahepa in der „Lehm-Hütte“, einem Höhlenraum mit feuchtem Lehm. Besucher haben dort kleine Knetfiguren geformt, so dass mittlerweile eine kleine Galerie entstanden ist. Die NBC hat den fast zwölf Minuten langen Film als Highlight ihrer „Sunshine Club“-Ausgabe Anfang August ausgestrahlt und Ghaub danach freundlicherweise zur Verfügung gestellt (hier).

Kurz zuvor waren 140 Schülerinnen und Schüler der Klasse 8 aus Tsumeb zu Gast gewesen. Zwei Guides führten sie nacheinander in kleinen Gruppen durch die Höhle. Die meisten von ihnen nannten das „Krokodil“ (eine gezackte Felszunge) und das tiefe Loch mit glasklarem Wasser als Höhepunkte der Tour.

Die Führungen für Schüler sind Teil des Beitrages von Ghaub Nature Reserve & Farm, junge Namibier für die Natur ihres Landes zu begeistern.

Gute Ernte auf Ghaub
  • Maisernte auf Ghaub

    Maisernte auf Ghaub. Foto: Ghaub

Maisfarmer in Namibia können sich in diesem Jahr über einen guten Ertrag freuen. Auch auf Ghaub ist die Ernte überdurchschnittlich gut ausgefallen. Die Investition in Saatgut und Maschinen, die harte Arbeit und die raschen Maßnahmen gegen den Raupenbefall im Februar haben sich gelohnt...

„Auf den ersten 100 Hektar haben wir im Juni im Schnitt 5,8 Tonnen pro Hektar geerntet“, erklärt Maisfarmer Hartmut Freyer, der die Felder auf Ghaub bewirtschaftet. „Die restlichen 40 Hektar, die wir später bepflanzt haben und bis Ende Juli ernten, dürften den Gesamtschnitt auf etwa 6 Tonnen pro Hektar hochbringen.“ Neben ausreichendem und gut verteiltem Regenfall ist dies auch der schnellen Reaktion auf den Raupenbefall im Februar zu verdanken.

Bei einer Ernte von 840 Tonnen und einem Preis von 4.500 Namibia Dollar pro Tonne bedeutet das Einnahmen von knapp 3,8 Millionen Namibia Dollar. „Reich werden wir leider trotzdem nicht“, betont Freyer, „denn davon muss man die Ausgaben für Saatgut, Dünger, Maschinen, Treibstoff und Schädlingsbekämpfungsmittel abrechnen. Nicht zu vergessen die Rücklagen für künftige schlechte Erntejahre, wenn die Einnahmen die Kosten nicht decken.“

Zu den 140 Hektar Mais kommen auf Ghaub noch 40 Hektar Sorghum und 120 Hektar Heu für die Futterproduktion. Im kommenden Jahr will Hartmut Freyer die Anbaufläche für Mais jedoch auf 200 Hektar erhöhen. Außerdem will er in neue Maschinen investieren.

Die Gesamternte in Namibia schätzt Freyer für dieses Jahr auf etwa 60.000 Tonnen. Der Bedarf im Land beträgt allerdings das Doppelte. Sobald die Mühlen die Ernte verarbeitet haben, müssen sie daher Mais aus Südafrika importieren.